Stand: Januar 2026

Künstliche Intelligenz ist weiterhin im Begriff die Softwareentwicklung zu verändern. Moderne AI-Coding-Tools können Code schreiben, debuggen, refaktorieren und ganze Features implementieren. Für alle, die einen Einstieg in dieses Feld suchen, stellen wir hier die vier wichtigsten Anbieter kurz vor.


Claude Code (Anthropic)

Claude Code ist das Coding-Tool des AI-Unternehmens Anthropic und basiert auf den leistungsstarken Claude-Modellen. Es funktioniert als “agentischer” Assistent – das bedeutet, Claude kann eigenständig Code lesen, Dateien bearbeiten, Tests ausführen und sogar GitHub-Commits erstellen. Die Stärke liegt besonders in der Verarbeitung großer Codebasen dank eines Kontextfensters von bis zu einer Million Tokens.

Der Dienst ist rein cloudbasiert und wird über verschiedene Abonnements angeboten: Pro kostet 20 Dollar monatlich, Max-Pläne mit höheren Nutzungslimits liegen bei 100 bis 200 Dollar. Es gibt einen kostenlosen Zugang mit begrenzten Anfragen über das Web-Interface, allerdings steht dort nur das Sonnet-Modell zur Verfügung – nicht das leistungsstärkere Opus. Der Unterschied ist messbar: Während Opus 4.5 etwa 81% auf dem SWE-bench-Benchmark erreicht, kommt Sonnet 4.5 auf rund 77%. Für professionelle Projekte kann sich das Plus-Upgrade also lohnen. Die Integration erfolgt über ein CLI-Tool sowie IDE-Erweiterungen für VS Code und andere Editoren.


Codex (OpenAI)

OpenAIs Codex ist ein Cloud-basierter Software-Engineering-Agent, der parallel an mehreren Aufgaben arbeiten kann. Man kann ihm komplette Feature-Requests delegieren – Codex navigiert dann selbstständig durch das Repository, bearbeitet Dateien, führt Tests aus und erstellt am Ende einen Pull Request zur Review. Das zugrundeliegende Modell wurde speziell auf realistische Coding-Aufgaben trainiert.

Codex ist in allen ChatGPT-Plänen enthalten (Plus ab 20 Dollar/Monat, Pro, Business, Enterprise). Wichtig: Im Gegensatz zu anderen Anbietern gibt es keinen kostenlosen Zugang zu Codex – die günstigste Option ist das Plus-Abo. Neben der Web-Oberfläche gibt es das Open-Source Codex CLI für die lokale Terminal-Nutzung sowie IDE-Erweiterungen für VS Code, Cursor und andere Editoren. Besonders praktisch: Die direkte GitHub-Integration ermöglicht automatische Code-Reviews für Pull Requests.


Gemini CLI & Code Assist (Google)

Google bietet mit Gemini CLI einen Open-Source AI-Agenten für das Terminal an, der auf dem leistungsstarken Gemini-Modell basiert. Mit einem Kontextfenster von einer Million Tokens eignet er sich besonders für große Projekte. Als einziges Tool dieser Übersicht bietet Gemini CLI einen sehr großzügigen kostenlosen Zugang: 1.000 Anfragen pro Tag ohne Kosten, wenn man sich mit einem Google-Konto anmeldet.

Für professionelle Nutzung gibt es Gemini Code Assist Standard ab etwa 23 Dollar monatlich mit zusätzlichen Features wie Private-Code-Indexierung. Ein besonderer Vorteil: Im Gegensatz zu anderen Anbietern ist ein CLI-Tool auch im kostenlosen Zugang mit dem Modell Gemini 2.5 Pro verfügbar, die neuesten Modelle gibt es aber auch hier nur im bezahlten Abo. Die Integration umfasst ein CLI, Erweiterungen für VS Code und JetBrains-IDEs sowie die Google Cloud Shell. Das CLI selbst ist unter Apache 2.0 lizenziert und kann eingesehen und erweitert werden.


Qwen Code (Alibaba)

Qwen Code von Alibaba ist die einzige vollständig Open-Source-Lösung in dieser Übersicht. Sowohl die Modelle (Qwen3-Coder/MAX) als auch das CLI-Tool stehen unter der Apache-2.0-Lizenz und können komplett lokal auf eigener Hardware betrieben werden. Das Flaggschiff-Modell mit 480 Milliarden Parametern erreicht bei Benchmarks Ergebnisse auf vergeleichbarem Niveau kommerzieller Alternativen.

Der größte Vorteil: Vollständige Kontrolle über Code und Daten, da alles lokal laufen kann. Wer die Hardware nicht hat, kann über eine OAuth-Anmeldung 2.000 kostenlose API-Anfragen täglich nutzen. Die Integration umfasst ein CLI-Tool sowie Erweiterungen für VS Code, Zed und JetBrains-IDEs. Einschränkung: Das Flaggschiff-Modell (480B Parameter) benötigt erhebliche GPU-Ressourcen und lässt sich nicht auf Consumer-Hardware betreiben. Für normale Rechner gibt es kleinere Varianten, die allerdings nicht ganz an die Benchmark-Ergebnisse des großen Modells heranreichen.


Fazit

Alle vier Anbieter bieten leistungsfähige AI-Coding-Assistenten mit jeweils eigenen Stärken: Claude Code überzeugt durch starke Reasoning-Fähigkeiten, OpenAI Codex durch nahtlose GitHub-Integration, Google Gemini durch einen großzügigen Free-Tier mit Zugang zu einem vorigem Premium-Modell, und Qwen ermöglicht als einziger echte lokale Nutzung mit vollständiger Datenkontrolle. Einen Einblick, wie die Modelle im Detail bei Coding-Aufgaben abschneiden, bietet unter anderem der SWE-Bench Verified Benchmark.

SWE-Bench Scores für "Frontier" Modelle *SWE-Bench Scores für die am besten bewerteten Modelle der Anbieter aus dem Artikel

Für den kostenlosen Einstieg ist Googles Angebot derzeit am attraktivsten – 1.000 Anfragen pro Tag mit dem vollen Gemini 2.5 Pro, ohne abgespeckte Modellvariante. Claude bietet ebenfalls einen Free-Tier, allerdings mit dem weniger leistungsstarken Sonnet statt Opus. OpenAI setzt hingegen auf ein reines Bezahlmodell ab 20 Dollar. Wer Datenschutz priorisiert und über entsprechende Hardware verfügt, sollte einen Blick auf Qwen werfen – vollständig kostenlos und lokal.


Möchten Sie AI-Coding-Tools in Ihrem Team einführen oder Best Practices für den effektiven Einsatz etablieren? Kontaktieren Sie uns – wir unterstützen Sie gerne bei der Auswahl und Integration der passenden Lösung!